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An der Sonnenseite der Alpen gedeihen nicht nur Apfel- und Rebsorten bestens. Hier fallen auch die köstlichen Edelkastanien - von den Einheimischen "Keschtn" genannt - auf fruchtbaren Boden. Bis in die Neuzeit wurde der Kastanienbaum, der bis zu 500 Jahre alt wird, als "Brotbaum" verehrt. |
Schließlich lieferte er Nahrung für sechs Monate im Jahr. Heute wird mehr denn je getan, um die alte Kastanienkultur und damit verbundenes Brauchtum zu erhalten und zu beleben.
Auf Spuren alter Kastanienkulturen wandert man am Eisacktaler Keschtnweg. Er verläuft nördlich von Brixen an der westlichen Seite des Eisacktales über Vahrn, Feldthurns, Klausen, Villanders und Barbian bis zum Rittner Hochplateau und in den Bozner Talkessel zur legendären Bilderburg Runkelstein. Durch imposante Kastanienhaine, bunte Mischwälder, üppige Weinberge, saftige Wiesen kommt man auch einer unglaublichen Vielfalt von Kunst- und Naturdenkmälern auf die Spur. Jahrhunderte alte Kirchen, Schlösser, Ruinen und Kapellen, Edelsitze, Weinhöfe, rauschende Wasserfälle und mystische Plätze gilt es zu entdecken. Die Kirche von St. Cyrill bei Brixen, das Renaissance-Schloss Velthurns oder das Kloster Säben, auch Akropolis von Tirol genannt, gehören zu den "wanderbarsten" Zwischenstopps entlang des Keschtnweges. Immer einen Besuch wert sind auch die Dreikirchen von Barbian mit gotischen Flügelaltären und reichen Fresken sowie Schloss Runkelstein. Die legendäre Bilderburg auf einem steil aufragenden Porphyrfelsen ist besonders wegen ihrer Fresken nach literarischen Vorlagen eine Attraktion. Die bekanntesten davon erzählen die tragische Liebesgeschichte von Tristan und Isolde.
Keschtn- und Hexengeschichten vom sagenhaften Eisacktal
Das Eisacktal mit seiner Jahrtausende alten Geschichte hat eine reiche Sagen- und Mythenwelt hervorgebracht. Viele der sagenhaften Plätze am Eisacktaler Keschtnweg erzählen von Hexen, Feen und Geistern - z. B. das Hexenbödele auf dem Ritten oder der "schiefe Turm" zu Barbian. Gar Seltsames hört man sich von der Bauerndirn mit dem Bart, Hexen und Wichten von Feldthurns, dem Schlossgeist auf Zwingenstein am Ritten, dem "Strumpfstricker-Dillele" oder dem Weinhexer von Saubach in Barbian. Zusätzlich zur Vielfalt an Natur- und Kultur-Impressionen macht das mythische Ambiente den Eisacktaler Keschtnweg zum Erlebnis für die ganze Familie. Rund um Seelenverkäufer, Teufelspakte, böse Blicke, nicht gehaltene Gottesversprechen und verhexte Milch tauchen Groß und Klein in das sagenhafte Eisacktal ein. Entlang des Keschtnweges locken außerdem viele gastronomische Besonderheiten zum wohl verdienten "Boxenstopp". Und schließlich gilt es auch noch einzigartige Naturdenkmäler zu bestaunen: Den Menhir von Villanders, die Wasserfälle in Barbian oder die berühmten Rittner Erdpyramiden.
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